25.06.2015 Referenzmarketing

Referenzmarketing – Darf ich mit meinen Kunden werben?

Nachklang zum ersten Seminar im neuen  r i g h t  Institut

Im Grundsatz kann gesagt werden: Wenn keine Geheimhaltungsinteressen des Kunden entgegenstehen, kann mit Kundennamen geworben werden. Schwieriger wird es, wenn auch zusätzlich das Logo oder Bildmaterial sowie Interna aus dem Projekt (z. B. case studies, Anwenderbericht, success story) angegeben werden sollen. Dann empfiehlt es sich eine Einwilligung einzuholen.

Im Nachgang zu meinem Seminar Referenzmarketing gebe ich hier ein Prüfungsschema an die Hand. Das bietet zumindest mal eine erste Orientierung. Natürlich kann dadurch die Rechtsberatung im Einzelfall nicht ersetzt werden.

 

Prüfungsschema Referenzmarketing

I. Liegt eine Einwilligung vor?

Merke: Kundenzitat stets nur mit Einwilligung!

 

II. Falls keine Einwilligung vorliegt:

 

A. Vorüberlegungen:
1. Gibt es eine Geheimhaltungsvereinbarung, die der Nennung entgegensteht?
2. Gibt es eine einseitige Erklärung des Kunden, dass er eine Nennung nicht wünscht?

 

B. Grundsätzliches bei Nennung:
1. Ist es mein Kunde, bin ich Auftragnehmer?
2. Gebe ich die Wahrheit ohne Täuschung und Übertreibung wieder,
insb. über Art und Umfang meiner Tätigkeit, meine Partner im Team, den richtigen Auftraggeber im Konzern?
3. Ist die Werbung des Kunden, auf die ich mich beziehe, selbst rechtlich zulässig?

 

C. Einzelkriterien für zulässige Nennung
1. Rein beschreibende Benutzung ?
2. Handelt es sich nur um „einfache Sachen“, ohne Geheimhaltungsinteresse Kunde?
3. Liegt ein besonderes Geheimhaltungsinteresse des Kunden vor?
– keine Preisgabe Interna oder Projektdetails
– es dürfen keine Wettbewerbsinteressen betroffen sein
– es darf sich nicht um ein delikates Thema handeln

4. Keine Verletzung des Markenrechts
– also keine werbliche Nutzung des Logos oder der Produktmarke, nur Nennung des Namens

5. Keine Verletzung des Urheberrechts
– kein Logo, Fotos, Filme oder andere fantasievolle Leistungen/Gestaltungen ohne Erlaubnis des Rechteinhabers nutzen
– falls der Kunde Material weitergibt, muss er zur Weitergabe berechtigt sein

6. Keine Verletzung des Bildnisrechts
– die Verwendung von Fotos, Filmen, Abbildungen mit erkennbaren Personendarstellungen müssen vom Abgebildeten freigegeben sein
– falls der Kunde Material weitergibt, muss er zur Weitergabe berechtigt sein